Politik ohne Eigenschaften

Was ist übrig vom Konservatismus?

Ein Gespenst geht um in Deutschland. Eine nebulöse Gestalt – unheimlich und faszinierend – durchschwebt die politischen Hallen und spukt in den Zeitungsredaktionen. Man munkelt von konservativen Werten, gar einer neuen Konservativen Revolution. Greift man nach der Gestalt, fasst man ins Leere. Er will sich nicht recht festnageln lassen, der Konservatismus.

Was hat es auf sich mit dieser politischen Tradition, die keine Manifeste schreibt? Was sind seine gedanklichen Grundlagen, wo liegt sein Ursprung in der Moderne? Kann es überhaupt eine Theorie des Konservatismus geben, die sich nicht in Widersprüche verfängt? Wir versuchen den geistigen Störenfried auf den Begriff zu bringen und machen uns Gedanken, ob, Gott bewahre, sich auch etwas von ihm lernen lässt.

Ironie

Das kann man doch nicht ganz ernst meinen!

Nur Idioten sagen, was sie denken. Der Zeitgeist spricht ironisch. Jedes Wort mit Augenzwinkern, jeder Satz sarkastisch überbetont. Wir wollen auf nichts hinaus oder auf alles.

Aber was ist Ironie? Nur ein Stilmittel der Coolness für saturierte Intellektuelle? Oder Lebens‐ und Überlebensmittel?  Gibt die Ironie uns einen Ausweg aus unserer Epoche, in der es zu viele Stimmen gibt, um noch ernsthaft der einen Wahrheit anzuhängen? Oder ist es nur bequem, sich ironisch aus der Affäre zu ziehen? Nicht Stellung zu beziehen und immer so verdammt Bescheid zu wissen. – Eine verworrene Annäherung.

Wen kümmert's, wer spricht?

Reden übers Reden mit Heinrich von Kleist

Mancher Philosoph hat beim Blick auf die Entwicklung unserer Welt gedacht, dass die Menschen früher oder später nur noch wie Roboter miteinander sprechen könnten. Genau das Gegenteil ist passiert. Heute wird jeden Tag eine neue Sprache erfunden.

Doch wozu sprechen: Das fragen wir uns in der ersten Folge von Das Neue Berlin. Einen ersten Hinweis bietet uns Heinrich von Kleists Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden. Wir lernen, dass man beim Sprechen auf neue Gedanken kommen kann — Gedanken, die ohne das Gespräch vielleicht gar nicht da wären. Wer spricht hier? Und wer fragt danach, wer hier spricht? Wir jedenfalls: Uns kümmert’s, wer spricht.